Das Universum lauert überall - Ayahuasca - eine Reise in die Welt der Möglichkeiten

 

 

Eine Reise nach Brasilien, eine Reise zu sich selbst. In den Armen von Mama Aya, der heiligen Pflanzenmedizin, ging es hinab in die eigene innere Hölle, um kurz darauf im wunderschönsten Himmel zu landen. Begegnungen mit Pflanzengeistern wie Elfen und Feen, Wesenheiten anderer Planeten und Räume voller Möglichkeiten offenbarten sich. Begleitet von tiefsten Erkenntnissen, die jede Seele heilen lassen, wenn sie bereit dazu ist.
Ein holistisch geschriebenes Werk, welches Wunder bewirken kann, auch ohne Ayahuasca einzunehmen. Spektakulär, aufregend, heilsam, tiefsinnig und mitunter ziemlich lustig.

 


Erscheinungsdatum voraussichtlich 15. Januar 2020

 

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LESEPROBE
 
Einführung
 
Liane des Todes, Spirit Vine, Heilige Pflanzenmedizin, Rebe der Seele,  Medizin der Geister, das bittere Getränk der Toten, magischer Tee des Amazonas, Yajé, Daime, Cipo, Natem, Nixi Pae, Kapé – es gibt unzählige  Namen und Bezeichnungen für einen der erstaunlichsten Long-Drinks  dieses Planeten. 
 
Am bekanntesten und weitesten verbreitet ist wohl Ayahuasca. In ihr  steckt ein unendliches Potential an Heilung und Bewusstwerdung. Für  einige Meister, Schamanen und Medizinleute gehört sie zu den größten Lehrmeistern unseres Planeten. Eine Pflanze mit Bewusstsein? 
 
Möglicherweise. Im Dschungel des Amazonas zu Hause, macht sie sich,  nachjahrhundertelanger Zusammenarbeit mit indigenen Völkern, langsam,  aber sicher, auf den Weg in die „zivilisierte“, rationale Welt. Zu uns. Um dort ihre heilsame, klare Botschaft zu verbreiten und unter die Menschen zu  bringen. Bis sie hier ankommt und vielleicht sogar irgendwann mal erlaubt ist, haben wir es anders herum gemacht: Wir sind hingefahren, dahin, wo sie herkommt und haben sie getrunken. Sechs Mal.


 ...
 
Das Universum sagt Hallo! 
Doreen
 
So langsam lebten wir uns ein im Camp, gewöhnten uns an die Hitze,  mussten nicht bei jeder Kleinigkeit fragen, wo was ist und wo man was bekommt und wo und wann etwas stattfand. Die Abläufe wurden selbstverständlicher. Kurz: Wir fremdelten nicht mehr so. Wir waren  natürlich auch neugierig darauf, wer mit uns in den nächsten Nächten Arschbacke an Arschbacke durch Raum und Zeit düsen würde. Als wir im  Camp ankamen, konnte man uns auf den ersten Blick als Neulinge aus- machen. Wir waren einfach noch nicht so hippiesk wie die Menschen, die  schon länger hier weilten. Manches war auch einfach zum Piepen komisch.  So lief einer der Campbewohner immer nur mit einer flatternden,  knallbunten Unterhose rum, die ihm den Spitznamen „Schwanzus longus“ einbrachte, da sie keinen Raum für Interpretationen zuließ. Die Fakten lagen  klar auf dem Tisch und beim Essen Gott sei Dank darunter. Ich sag’s wie es ist: Ich bin ein großer Fan von gut sitzender Kleidung am Esstisch.
 
Am Morgen nach unserer Ankunft stand am Frühstücksbuffet neben mir ein bildhübscher Kerl mit beeindruckend trainiertem Oberkörper. Er lächelte  mich offen an, ich lächelte zurück und begann eine zwanglose Konversation: „Hey, ich bin Doreen, ich komme aus Deutschland, wir sind gestern Abend angekommen. Und du?“ Er: „Hey, ich bin Michael, ich komme aus dem Universum!“ Ich hab ihm dann verständnisvoll zugenickt („ja klar, woher auch sonst?!“), mir in einer Übersprunghandlung eine Mango und ein paar kleine Käsebrötchen geschnappt und mich vom Feld gestellt. Mir fiel einfach kein passender nächster Satz ein, der nicht in einem stundenlangen Exkurs über seine Ankunft auf diesem Planeten gemündet hätte. Dafür war ich einfach noch zu verpeilt von unserer langen Anreise. Planeten-Ankunfts-Geschichten immer erst nach dem Frühstück und dem ersten Kaffee.
 
Unser Mr. Universum, wie wir ihn liebevoll tauften, entpuppte sich in den nächsten Tagen als ein entzückender, hilfsbereiter Kumpel. Kurz nach seiner Landung auf der Erde hat er dann wohl auch hier eine Homebase gefunden. In einem kleinen, abgelegenen Städtchen irgendwo in Arizona. Davon kann er dann erzählen, wenn er mal irgendwo im Universum gefragt wird, wo er denn herkommt. …. 

 

...

 

Explosion der Elemente 
Doreen 
 
Was für eine Wucht. Alle Bäume strahlen ein Licht aus, das auf jede Weise anders aussieht. Zwischen den Bäumen gibt es Verbindungslinien – unter der Erde, aber auch darüber. Sie sehen aus wie DNS-Verbindungen, in wunderschönen Farben, gedreht und fraktal zusammengesetzt. Alles ist mit allem verbunden.  Ich schaue an mir herunter: Auch von mir geht so eine DNS-artige Verbindungsschnur ab und dockt direkt am Chacruna-Strauch an. Ich drehe  mich um und bemerke, dass unendlich viele solche Verbindungskanäle von  mir abstrahlen und sich mit den Pflanzen und Menschen um mich herum verbinden. Selbst an Vitoria, die direkt neben mir sitzt, docke ich an.  Ich bin so berührt von all dieser Schönheit, dass mir sofort die Tränen  herunter laufen. Ich muss weinen angesichts dieser Wunder.  Der Strauch meint: „Ja, so sieht die Welt tatsächlich aus. Keiner ist jemals  allein, nichts ist getrennt. Nur könnt ihr Menschen das mit euren ganzen  Filtern meist nicht sehen. Glaube es ruhig: Es ist genauso, wie du es jetzt siehst. Das ist keine Einbildung oder Halluzination, sondern du siehst das, was schon immer da war. Das ist die Wahrheit!“  Als ich sicher bin, dass es nichts Schöneres auf der Welt mehr geben könnte  als das, was sich mir hier gerade bietet, meint der Strauch: „Und jetzt wirst du DICH anschauen, um zu erfahren, um zu wissen, was wahre Schönheit ist.“  Mein Verstand ist prompt zur Stelle: „Was soll an mir schon schön sein? Das  hier vor meinen Augen, das ist ein Wunder! Dagegen bin ich ein graues Mäuschen, wenn überhaupt.“ Doch Chacruna, dieser coole Strauch, lässt sich von meinen Gedanken nicht beirren und teilt mir kurzerhand mit, dass es jetzt an der Zeit wäre, mein wahres Ich kennenzulernen. Das war übrigens der erste sprechende Strauch meines Lebens. Moses kann einpacken mit seinem Busch.  Er weist mich an, mich anzuschauen. Meine Hände, meinen Körper, meine Füße. Ich blicke vorsichtig runter zu mir und war mir sicher: Nein, das kann nicht sein. Ich habe keine Ahnung, wer da sitzt, doch das bin auf keinen Fall ich. Ich sehe ein engelsgleiches Wesen in den buntesten, schillerndsten Farben, die sich wie fließende, lebendige Stoffe bewegen. Ich beobachte, wie ich mich immer weiter auszudehnen scheine und immer heller leuchte. Hui, bin ich groß.  Und während ich mich so anschaue und wahrnehme, fühle ich mich auch viel größer, als ich in Wirklichkeit bin. Ich kann mich plötzlich unendlich ausdehnen, über das ganze Camp und noch weiter darüber hinaus. 
Spannend ist, dass es sich so anfühlt, als sei ICH das alles. Die Bäume, die Pflanzen, die Menschen, die Wesen, die Erde, die Welt. All das war ICH. All das BIN ich.
 
In diesem Moment des ALL-EINS-SEINS sehe ich sämtliche Formeln aus der Mathematik und verstehe sie sogar. Ich sehe Planeten und ihre Konstellationen, als stecke ich mittendrin im Universum. Ich bin das Universum. Ich bin die Mathematik, ich bin die Natur, ich bin die Erde, ich bin jedes Lebewesen, ich bin ALLES! Dies ist vermutlich der Zustand, von dem Menschen sprechen, wenn sie Erleuchtungszustände beschreiben. 
 
Dieses Gefühl, diese Erinnerung an dieses Gefühl, ist ganz tief in meinem System eingespeichert. Ich kann gar nicht mehr wirklich sagen, wie lang dieser Moment dauerte: fünf Minuten, fünf Stunden, fünf Wochen?! Zeit schien es in diesem Augenblick nicht mehr zu geben. Wozu auch, denn ich war ja selbst die Zeit.  Ich sehe zu Vitoria rüber, da mich brennend interessiert, ob sie das auch alles sieht, was sich mir da bietet. Freude und Liebe werden ja bekanntlich größer, wenn man sie teilt. Doch sie ist in sich, tief eingetaucht im Raum ihrer Seele. Ich kann sehen, dass auch sie ICH war! Und so fühle ich auch ihren Schmerz. Alles, was sie je erlebt hat, offenbart sich mir in diesem einen ewigen Moment. Ich sehe sie in ihrer dunkelsten Stunde und in ihrem hellsten Licht. Alles gleichzeitig. Ich versuche zu verstehen, wie die Welt nur so wunderschön sein und gleichzeitig so viel Schmerz und Leid enthalten kann. Wie geht das zusammen? 
 
Bevor ich darüber auch nur ansatzweise losgrübeln kann, kommt ein Kolibri angeflattert und stoppt direkt vor meinem Gesicht, verharrt dort und beginnt, mit mir zu kommunizieren. Ich bin wie vom Donner gerührt. Ist der schön! Mich durchfließt ein Gefühl der unendlichen Harmonie und ich liebe diesen Vogel wie noch niemanden zuvor in meinem Leben. Er erklärt mir zärtlich, dass der Schmerz und das Leid genauso zum Leben dazugehören wie alles andere. Es könne das Schöne nur neben dem Schlechten geben, obwohl es das alles auch wiederum nicht gibt. 
 
Von der großen Warte aus gesehen gibt es weder gut noch schlecht, sondern alles IST einfach. Alles ist das, was es gerade ist. Es gibt nur diesen einzigen Augenblick und nichts anderes. Und gleichzeitig gibt es diese Vielfalt des Lebens. Unzählige Parallelwelten.  Wir glauben, es gäbe nur das, was wir gerade wahrnehmen, doch gibt es uns noch unzählige Male in anderen Versionen. Ich verstehe nicht so richtig, was er meint. 
 
Und dann passiert etwas Seltsames. Irgendwas scheint sich an mir, in mir, zu verändern. Ich dehne mich wieder aus und finde mich in meinem eigenen inneren Kino wieder. Mitten in der Natur und doch in mir drin. Oder ist es inmitten des Universums? Ich sehe und fühle mich plötzlich in mehreren Welten gleichzeitig. In der einen Welt werde ich grausam vergewaltigt, ich kann es genau fühlen und spüre den Schock, die Angst, den Schmerz, das Ausgeliefertsein. Parallel in einer anderen Welt sehe ich mich als Vergewaltiger. Ich kann fühlen, welcher Trieb vorhanden ist und dass die Empathie fehlt. Ich bin dieser Mann, der diese Frau von eben schlimm misshandelt. Ohne Mitgefühl, das Gefühl von Macht ist unbeschreiblich. 
 
In einer dritten Welt bin ich ein Soldat und erschieße gerade Menschen. Es sind meine Feinde, und ich fühle diesen Hass auf meine Gegner, das Gefühl von Vergeltung für meine Familie, meine Freunde, den unbändigem Stolz, meinem Vaterland dienen und meine Leute verteidigen zu dürfen.  In einer anderen Welt bin ich ein unschuldiges Kind, welches total sorgenfrei über die Wiesen schlendert. Ich pflücke Blümchen und Gräser und summe fröhlich ein Kinderlied. Ich erfreue mich an allem: den Bienen, den Düften der Natur, einem kleinen Wasserlauf. 
 
In einer weiteren Parallelwelt bin ich ein hoher Priester, der um seine Stellung und Macht weiß. Er liebt es, wenn die Menschen Angst vor ihm und seinem Herrn namens Gott haben. Als dieser Priester ist mir vollkommen klar, wie wichtig es ist, die Menschen in Angst und Schrecken zu halten, damit sie sich Gott, dem Herrn, hingeben. Nur so kann man, so kann ich, manipulieren und missbrauchen. Von Nächstenliebe ist nichts zu spüren. Ich komme in seiner Rolle nicht einmal ansatzweise an das Gefühl, das ich allen predige. Ich verlange streng von allen etwas, das ich selbst nicht zu geben vermag. Und so kann ich mich gleichzeitig in noch vielen parallelen Leben erleben. Ich kann jede Person, die ich gerade bin, wahrnehmen. Und jede fühlt sich im Recht und kann nicht anders, als sich so zu verhalten, wie sie es in diesem Augenblick tut. 
 
Der Kolibri erklärt mir, dass alle Welten gleichzeitig existieren, alles passiert jetzt in diesem Moment, nebeneinander. Und dass ich mit meinem Ich-Bewusstsein nun mal in meiner Rolle bin und diese lebe. Damals, dort sitzend, war mir das alles klar und ich wusste: Es stimmt. Heute kommt mein Verstand da nicht mehr mit und kann meine damaligen Erkenntnisse nicht erklären. Doch ganz tief in mir drinnen weiß ich, dass dies die Wahrheit ist. MEINE Wahrheit!